Michael Schäfflers Abenteuer „Ironman France“ in Nizza

3,8 Km – 180 Km – 42,2 Km: das sind die Zahlen, die jedem Triathlet die Tränen in die Augen treiben: aus Vorfreude auf das Rennen oder wegen der Schmerzen während des Wettkampfes.
Vor gut einem Jahr hatte Michael Schäffler vom TRT Remchingen beschlossen, beim Ironman France in Nizza teilzunehmen. Nach umfangreichen Trainingseinheiten, verteilt über das ganze Jahr und bei teilweise widrigen Wetterbedingungen war es dann am 1. Juni soweit – mit dem ganzen Equipment machte er sich auf die Reise nach Frankreich, direkt ans Mittelmeer, wo er von der Sonne und milden 22 Grad begrüßt wurde.
Der Freitagmorgen begann früh um 8 Uhr mit einem Warm-up-Lauf, organisiert vom Sponsor Compress-Sport und zusammen mit Frederik van Lierde, dem dreimaligen Sieger dieses Triathlons. Anschließend wurde noch eine Schwimmeinheit im Meer absolviert. Bei 18 Grad Wassertemperatur verrichtete der Neoprenanzug dabei gute Dienste. Samstags wurde ausgeschlafen, gefrühstückt, durch Nizza geshoppt, am Abend die letzten Kohlehydrate via Pasta, gebunkert und frühzeitig zu Bett gegangen.

Um kurz vor 4 Uhr am Sonntag, den 6. Juni klingelte dann auch schon der Wecker und der entscheidende Tag war gekommen. Frühstücken, Neo einpacken und ab ging es in die Wechselzone um die letzten Vorbereitungen zu treffen.
Und dann kam das, was einem an so einem Morgen das Adrenalin durch den Körper schießen lässt – beim Aufpumpen des Hinterreifens macht´s „peng“ und der Schlauch war geplatzt. Jetzt hieß es die Ruhe bewahren und das Malheur beheben – was nach dem ersten Schock auch gelang.
Die Wechselzone musste um 6 Uhr geräumt werden und es ging direkt runter zum Meer, wo alle schon aufgeregt auf den Start der Profis warteten, bevor die restlichen 2.500 Starter per Rolling-Start in die Fluten geschickt wurden.

Das Schwimmen im glasklaren, ruhigen Mittelmeer erwies sich als unproblematisch, das gelegentliche „verkosten“ des Salzwassers hielt sich in Grenzen. Nach 1:22:56 waren die 3,8km geschafft und es ging weiter auf den 180km Bike-Kurs, den der Ausdauersportler vom Trainingslager im April schon kannte. 2.000 anspruchsvolle Höhenmeter waren mit dem Triathlonbike zu erklimmen, mit sehr schönen Ausblicken auf die französischen Seealpen. Selbst Hagelschauer auf den rasanten Abfahrten konnten Michael nicht von seinem großem Ziel abbringen. Zum Glück kam ab und zu die Sonne durch, sodass er nicht auskühlte. Das Rennen verlief dann bis km 120 ohne weitere Probleme bis sich auf einmal eine Schraube am Sattel lockerte. Da Triathleten keine Hilfe von Dritten in Anspruch nehmen dürfen zog er die Schraube eben selbst nach und weiter ging die Fahrt. Die letzten 60 km führten im wesentlichen eben bis bergab, sodass er sich gut auf das anschließende Laufen vorbereiten konnte. Der Bike-Split wurde in 6:21:26 Std. abgeschlossen, was einem Durchschnitt von 27,5 km/h entsprach.
Den abschließenden Marathonlauf mit 4 Runden entlang der „Promenade des Anglais“ mit ständigem Blick übers Meer konnte Michael in einem gleichmäßigen Tempo, ohne größere Beschwerden durchlaufen und beendete die 42,195 km in einer Zeit von 3:52:56.
Glücklich und voller Adrenalin rannte er nach insgesamt 11:48:31 Std. in den Zielkanal ein, wo er von vielen Zuschauern bei einer tollen Stimmung lautstark empfangen wurde.
Nach einer kurzen Erholungsphase mit Duschen, Essen gings dann zur Finish-Line-Party um die anderen Athleten anzufeuern. Alles in allem ein grandioses, wenn auch extrem anstrengendes Erlebnis, das nach Vorsetzung verlangt.
Gesamtsieger wurde der Triathlonprofi Victor del Corral aus Spanien in der Zeit von 8:30:00 Std., bester Deutscher wurde Stefan Schmid aus Weilheim auf dem 3. Platz in der Zeit von 8:33:18 Std.

im Bild rechts: Michael Schäffler

im Bild rechts: Michael Schäffler