Jörg Speer beim Ironman Barcelona

Jörg Speer vom TRT Remchingen trat bereits zum zweitenmal in Callela, das ca. 45 km nordöstlich von Barcelona an der Küste liegt, bei diesem Langdistanzrennen an. Begleitet wurde er von seiner Frau Nevenka, die wie immer für die Logistik zuständig war.
Das Rennen selbst, das dieses Jahr erstmals unter dem Ironman-Label startete, zeichnet sich durch einen Schwimmabschnitt im Meer (Neopren erlaubt bei 20°C Wassertemperatur), einen schnellen, windanfälligen Radsplit ( der Wind nimmt im Rennverlauf von Meeresseite her zu) und einen flachen Laufkurs aus. Gute Voraussetzungen also für ein schnelles Rennen. Wäre da nicht noch die Unbeständigkeit des spanischen Wetters im Oktober……

Der Wettergott meinte es zunächst wieder einmal nicht gut: Pünktlich um 06:30h am Wettkampftag öffnete der Himmel seine Schleusen und ergoss sich ca. 2,5h in voller Stärke, so dass der Start von der Rennleitung um 30 Minuten verschoben werden mußte, da die Strassen überflutet waren.
Letzten Endes konnte aber doch grünes Licht gegeben werden. Um 09:20h wurde dann die Altersklasse M45-49 im Rahmen eines Wellenstarts ins Wasser geschickt. Jörg konnte sich aus dem Startgetümmel heraushalten, fand eine gute Position und einen gleichmäßigen Rhythmus und konnte so im weiteren Verlauf auf viele der vor ihm gestarteten Altersklasseathleten aufschließen bzw. überholen. Am Ende stand eine Zeit von 1:07h für den Schwimmsplit von 3,86 km.

Inzwischen zeigten sich auch erste Sonnenstrahlen am Himmel und nach einem schnellen Wechsel ging Jörg auf die Radstrecke. Zunächst mußte man in Callela noch Vorsicht walten lassen, da der Kurs stadtauswärts durch einige kurvenreiche Strassen führte, die noch nicht vollständig abgetrocknet waren und teilweise mit Abflussgittern aus Metall durchzogen waren.
Als Jörg schließlich auf die Küstenstrasse Richtung Montgat einbog, herrschten jedoch trockene Verhältnisse bei optimalem Radwetter. Der Radkurs über 180 km gestaltete sich als Wendepunktstrecke, die 2,5mal durchfahren werden mußte. Bei konstanter Flüssigkeits-u. Nahrungszufuhr konnte Jörg diesen Abschnitt in 5:28h bewältigen.

Nach einem erneuten schnellen Wechsel ging es schließlich auf die letzten 42,195 Marathon-Kilometer. Auch hier lief zunächst alles nach Plan. Bis km 32 konnte er eine Durchschnittszeit von ca. 5:25 min/km laufen. Erst auf den letzten 10 Kilometern wurde es richtig schwer. Aufgrund seines Widerwillens gegen Ende des Rennens, noch kohlehydratreiche Flüssigkeiten/ Nahrungsmittel aufzunehmen, verzichtete er ganz auf diesselben, was sich in den zunehmend langsamer werdenden Durchgangszeiten pro Kilometer logischerweise bemerkbar machte.

Doch nach einer Gesamtzeit von 10:41 Stunden wurde er überglücklich vom Stadionsprecher mit den Worten “ You are an ironman“ im Ziel empfangen!

Die Minuten nach dem Zieleinlauf waren kaum zu beschreiben: Emotionen wie Glück, Erleichterung, mentale Leere und körperliche Erschöpfung kamen zeitgleich auf. Der Stolz auf das Geleistete überwog jedoch bei weitem!

Fazit: Barcelona war die Reise wert! Es ist ein professionell organisiertes Rennen auf einer schnellen, jedoch windanfälligen Strecke in der Nähe einer der interessantesten Städte Europas

Jörg Speer in Barcelona-klein